Teraflop

07/07/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Vom Wahnsinn der Computerentwicklung. Spiele und Krieg.
Ich kann mich noch dunkel an meinen ersten PC erinnern: Ein „286er“ war das seinerzeit, mit einer Festplattenkapazität von 20 MB.

Nicht lachen!
Dann vergrößterten wir auf 40 MB, und flugs war die Platte schon wieder voll. Heute bewege ich mich im höheren zweistelligen Gigabyte-Bereich, und trotzdem ist die Platte voll, den Großteil nimmt allein dieses WinXP ein, aber ich schweife ab.

Worauf will ich eigentlich hinaus?
Am besten, ich beginne am Anfang.

In einer Zeitung namens „economy“ lese ich unter Technologie, wie das Innenleben der neuen Spielkonsolen aussieht – nämlich bei allen gleich. XBox360 oder Nintendo Revolution haben das gleiche Herz. Eine Siebzehner-Phalanx von Chips aus dem Hause IBM.

Cell

Spannend dabei ist, was das für Chips sind: Um nämlich die immer extremeren Grafik-Programme am Laufen zu halten benötigt man neben einer CPU (64 Bit Power PC) noch 16 damit verschaltete so genannte SPUs (Synergistic Processing Units).

Zusammen bringt dieses „Cell“ genannte System eine Leistung von einem Teraflop – was auch immer das ist, denn ich habe von dieser Zahl noch nie etwas gehört, wie ich gerne zugebe.
Angeblich handelt es sich um eine Billion Berechnungen pro Sekunde, Hundert Mal mehr als ein 2,5 GHz-Prozessor.

Spiele und Krieg

Große technologische Sprünge sind bisher stets durch Kriege ausgelöst worden: Die Flugzeugtechnologie, Raumfahrttechnologie, Atomkraft, allein schon Metallbearbeitung oder, noch archaischer, die Hebelkraft – alles Entwicklungen des Krieges.

Doch der Krieg von heute spielt sich auf Bildschirmen ab: Counterstrike ist schon eine alter Vater, von Duke Nukem oder Blood mit ihrer 3D-Simulation mittels 2D-Effekten redet schon niemand mehr (obwohl, geben wir’s zu, Duke3D war ein Hammer! – Halt, ich schweife schon wieder ab).

An die Stelle des Krieges tritt nun die Verkaufsschlacht. An die Stelle der Gefallennestatistik treten die Verkaufszahlen. Noch realistischer, noch echter, noch genauer simuliert – Autorennen und Schießereien am Bildschirm werden am Ende dieser Entwicklung so realistisch und echt sein, dass anschließend eine tatsächliche Schießerei mit echten Opfern wie ein banaler Abklatsch mit schwachem Kontrast und minderwertigem Rendering empfunden würde.

Nicht unbedingt schlecht, rein menschlich betrachtet.
Aber: Verrückt.

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